Sonntag, 30. Juli 2017

St. Petersburg

Gestern sind wir hier mit Mühe im ApartHotel Severny Veter (Nordwind), Moskovski Prospekt 42/27 angekommen. Unser Zimmer ist top, 60 Rbl. pro Nacht, Nähe Metro Station Technitsheski Institut > Zwei Stationen bis Newski Prospekt also fast im Zentrum.

Gegen Mitternacht haben wir noch Nahrung und Getränke in unserem Gepäck gefunden und brauchten nicht raus in den heftigen Regen ein geöffnetes Restaurant suchen. Nun ist alles gut.

Wechselbad der Gefühle: Das Haus sieht von außen schlimm aus, auch der Hausflur. Der Taxifahrer hat uns im Nachbarhotel abgesetzt, im benachbarten Aufgang in einem Hinterhof, nicht vom Moskovski Prospekt, sondern von einer Nebenstraße zugänglich. Es gab ewige Diskussionen mit der nur russisch sprechenden Frau am Tresen, Telefonate, Vorlegen der Booking.com Buchungsbestätigung. Es stellte sich heraus, beide Hotels haben die gleiche Telefonnummer.

Heute findet das erste Mal eine Flottenparade in der Stadt statt, mit Putin. Alle Brücken werden hochgezogen für die Kriegsschiffe. Außer Metro nur Fußmarsch möglich. Am Nachmittag gehen wir in ein Riesen Open Air Konzert.

Wir fuhren gestern mit unserem Bus von Pskow bis St. Petersburg, mit mehreren Zwischenhalten, von denen ich kurz berichten möchte.

In Gatschina fand in dem dortigen Zarenschloss https://de.wikipedia.org/wiki/Gattschina und gatchinapalace.ru eine große Feier zum 90. Jubiläum der Gründung des Gebietes Leningrad statt, dass es heute noch so gibt. Am Busstop ein Foto mit den Fahnen von Russland und Deutschland, für deren freundschaftliche Verbindung wir hier (und da) werben.

Da steppen die Bären. Vor der Sbearbank Gatchino.

90-Jahr-Feier des Gebietes (Oblast) Leningrad im Dauerregen. Alle Bezirke und großen Firmen stellen aus und bieten an, je in einem Zelt. Viel schöne Folklore. Anne kauft Würstchen, von denen wir noch zu unserem improvisierten Mitternachstmahl zehren.

Auf dem Weg zwischen Pskow und Gatschina/St. Petersburg hatten wir hinter einem Abzweig nach Veliki Novgorod eine Rast von 1,5 Stunden. Faltblätter und anderes Werbematerial musste für die Route nach Südrussland umgeladen werden. (Durch mangelnde Aufmerksamkeit hatten wir danach leider keine Faltblätter mehr.) Es gab dort eine Gaststelle, einen kleinen Verkauf für Lebensmittel und andere lebenswichtige Dinge, eine Tankstelle und ein Naturschutzgebiet mit einer Vielfalt and wunderbar großen Blumen und Gräsern, Insekten, Düften und Schnecken vorm Wald.

Ländliche Verkaufsstelle für häusliche Waren (Domaschnjaja), saure Sahne, Frischkäse, Milch und Butter. Mitreisende nach dem Einkauf. Hier konnte ich mein Handy für russisches Netz aufladen und das erste mal auf dieser Reise in den vorgesehenen Betriebszustand versetzen, dank der Kooperationsbereitschaft der Verkäuferin und einer Übersetzerin aus unseren Reihen.

Russische Dorfgaststätte "Amelia" an der Fernverkehrsstraße

Reklame für Holzhäuser mit ausgeführter Zarge (links). Angepriesen werden Häuser, Bäder, Blockhäuser, Karkassen "auf Bestellung"

Die Flottenparade ist in vollem Gange und uns wird es zwischen den vielen Tausend Menschen relativ eng. Was da auf der Newa wirklich vor sich geht, ist kaum zu erkennen, da die Menschen mindestens in 5er Reihen an allen Kaimauern und, so weit es überhaupt geht, Brückengeländern stehen. Wir haben den Packen Faltblätter verteilt, den wir noch hatten. Wir haben sehr vielen Menschen das Anliegen unserer Friedens- und Freundschaftsreise erläutert. Von einigen wurde das mit sehr viel Skepsis aufgenommen. Als wir aber sagten, dass wir diese Freundschaft ohne Nato wollen, hellten sich die Gesichter auf und es gab sehr viel Zustimmung, Hände-Drücken und Foto machen mit den Farben der deutschen und der russischen Fahne.

Ich sah ein ein Cafe mit Dachterrasse auf der Straßenseite gegenüber dem Newa-Kai. Dorthin gingen wir, etwas heraus aus der Menge. Die Tische auf dem Dach waren alle besetzt, war ja nicht verwunderlich. Man konnte von dort die verschiedenen großen Kriegsschiffe und die hochgezogenen Brücken sehen. Wir wollten auf zwei leeren weißen Korbsesseln direkt an der der Newa zugewandten Seite Platz nehmen, die da ohne Tisch standen. Aber dazu kamen wir nicht so recht bis wir wieder das Lokal verliesen. Wir beide verteilten an den nebenstehenden Tischen einige Faltblätter und erläuterten mit drei Worten unser Anliegen. Von einem Familien-"Oberhaupt" wurde ich zu einem Glas Cognac eingeladen, der in einer geschliffenen Karaffe dort auf dem Tisch stand. Ich sagte Njet, wie ich es von meinem Russischlehrer eingeschärftt bekommen habe. Alkohol njet. (Wer einmal zusagt, kommt nicht wieder los. "Was haben Sie dagegen, auch noch auf die Gesundheit Ihrer Schwiegermutter anzustoßen?") Da reichte er mir eine Plastikschale mit verschiedenen Früchten und sagte: Nehmen Sie. Ich nahm eine Weinbeere. Er sagte: Nehmen Sie, die ganze Schale. Die sind aus dem Azerbaidzhanischen Markt. Ich nahm die Schale und reichte sie auch Anne. Es waren da Aprikosen, wie sie Anne liebt. Anne "unterhielt" sich mit dem anderen Tisch. Dort gab es einen Krug mit Orangensaft und es wurden uns zwei Gläser gereicht. So wanderte ich immer von da nach dort, immer ein paar Worte Russisch hervorbringend und viel Lachen. Mit dem "Oberhaupt" habe ich unzählige Male die Hände gedrückt.

Prost mit Bier und Orangensaft auf die russisch-deutsche Freundschaft. Er war schon einige Male in Deutschland, hat dort Transportbänder für Hafenanlagen eingekauft.
Dann kam die Luftwaffe zum Einsatz, das darf ja bei einer Flottenparade nicht fehlen. Es war so, wie ich es im Fernsehen von einer Luftstreitkräfteparade zum Nationalfeiertag in Paris gesehen habe. Bomber, Raketenträger und Jagdflugzeuge donnerten über unsere Köpfe hinweg, Bilder wie wir sie vielleicht aus der Syrien-Kriegsberichterstattung oder russischen oder alternativen deutschen Medien kennen. Zum Schluss kamen die Düsenjäger, aus deren Triebwerken Rauch in den Farben Weiß-Blau-Rot kamen - wie Paris.

Anne sagte: Wieso begeistern sich diese Leute hier so für das Militär, diese Waffen, die alle ganz schlimme Zerstörungen anrichten. Das bekomme ich mit der Freundschaft hier nicht zusammen. Ich muss hier weg!" Wir verabschiedeten uns kurz und Anne weinte. Ich konnte das alles zusammen in diesem Moment voll verstehen, selbstverständlich auch den Konflikt. Es bewegte mich tief.

Wir haben diese Frage in unseren telegram Kanälen unter unseren Friedensfahrt-Teilnehmern schon vor, aber auch nach der Parade diskutiert. Wer von der Armee der Nazis im Zweiten Weltkrieg so an den Rand der Existenz gedrängt wurde, und in den Arbeitslagern in Deutschland, und miterleben konnte, wie unter Diktator Stalin diese Bedrohung gebrochen wurde durch die Macht der Panzer und die Opfer von Millionen Russen und anderen Völkerschaften, der schätzt diese Armee und die militärische Stärke. Vielen erscheint sie heute als einziger Schutz vor den Bestrebungen der Globalen Dominanz des westlichen "Reiches des Freiheit". Hier, an dieser Konstruktion der Feindschaft und Angst, muss die globale Friedensarbeit ansetzen, meine ich.

Videoschnipsel von der Flottenparade, wie wir sie sahen:
Video an der Dreifaltigkeit https://goo.gl/maps/6DmSHE3D4Vm - Die goldenen Türme im Video sind von der Peter-Pauls-Festungsinsel.
Noch ein Video von dort.

Wir sind hier eine Gruppe von 350 mehr oder weniger aktiven Friedensbotschaftern. Mit unseren 7 Routen verteilen wir uns vor allem über das europäische Russland. Ist hier so etwas wie eine globale Friedensstrategie im Entstehen? In diesen Tagen treffen wir uns hier oder da im Stadtgebiet von St. Petersburg mehr oder weniger zufällig. Es mussten noch einmal 20.000 Faltblätter in russischer Sprache nachgedruckt werden, weil die erste Charge bereits am Anfang unserer Reise verteilt ist. Insgesamt kommt uns unsere basisdemokratische Organisation oft wie das blanke Chaos vor.

Freitag, 28. Juli 2017

Pskow

Gestern auf der Herfahrt hierher gab es im Bus so dichte und interessante Gespräche über Freundschaft, Liebe, Hass und Leid zwischen den Völkern. Die Erfahrungen der Leben von Menschen im Bus flossen zusammen zu einer Wolke von (zumeist alten) Ideen, wie man das Leben in unserer Gesellschaft radikal verbessern sollte und die Abhängigkeit vom Mamon (in Gestalt des "Mehrwert heckenden Mehrwertes") beenden könnte. Eingeschenkt TV hat versucht, einen Teil dieser dichten Gespräche einzufangen. Ob sie je veröffentlicht werden?

In der Realität hat sich nicht viel geändert. Wir versuchen, über telegram unser gemeinsames Leben hier zu organisieren. Das ist mühevoll mit uns 350 engagierten Teilnehmern mit recht unterschiedlichen Meinungen, Wünschen und Interessen. Die Mühen und Aufregungen der Basis-Demokratie.

Etwa 10 von uns sind im Transit Hotel gut untergebracht. Wir haben wunderbar in dessen Restaurant gegessen. Alles recht russisch hier, im besten Sinne. Das Hotel ist am Flugplatz gelegen und der wird auch militärisch genutzt, aber zum Glück wird nicht geflogen. Ich hüte mich, dort die Kamera zu zücken.

Einfahrt nach Pskow - die ersten Gebäude am Stadtrand.

Fahrt Richtung Stadtzentrum von Pskow. Breite Straße und mehr oder weniger abgenutzte Wohnbauten.

Wir entschließen uns für das Hotel Transit, nachdem wir das Hotel Puschki fast am Stadtrand besichtigt haben, das eher muffig wirkte, dahinter wehte eine Sowjetfahne mit Hammer und Sichel. Transit ist in der Nähe, die Hotellobby erscheint mit warm und gemütlich - Ja, das nehmen wir. Das Zimmer ist einfach und grundsolide eingerichtet, piksauber und frisch.

Spartanisches Kiefernholztischchen
Furnierter Fußboden in großem Stabparkett-Format. Man muss dreimal hinsehen um zu erkennen, dass es nur gedruckt und geprägt ist.

Vom Hotel aus mache ich mich auf zum Stadtrundgang, beginnend in der danebenliegenden kleinen Siedlung. Alles ganz normal hier. Die Leute wollen ruhig und im Grünen wohnen.



Hier ist das benachbarte Blockhaus abgebrannt.

Sumpfiges Weiden- und Pappel-Wäldchen bevor man auf die Fernverkehrsstraße kommt, die nach Sankt Petersburg führt. Es blüht so was ähnliches wie Dill.

Nun bin ich auf der Brücke, die die Eisenbahn überquert. Diese Siedlung: unaufgeregte Normalität.

Kleines Gärtchen mit Frau und Kind.

Die Milchfabrik.

Bahnhofsgebäude und sich sonnende Tauben. Ich gehe in die kleine türkisfarbene orthodoxe Kapelle rechts im Bild, andächtig die Ikonen betrachtend.


Bei meinem ganzen Stadtrundgang in Pskow, und auch schon in Riga, und später in St. Petersburg fiel mir auf: Verglichen mit meinem Wohnort Dresden, insbesondere Äußere Neustadt, sind die Orte hier viel sauberer. Es liegen nie Papier oder Flaschen herum, Laub wird wohl täglich beseitigt, und Hundekacke gibt's nicht, auch kaum Hunde.

Kunst an der Hauswand: "Unser Tag" oder so was. Reklame: Magazin Adjezhdy za Chodi! i obuvi - Geschäft für Bekleidung für Unterwegs! und Schuhe.

Eingang zu einem Notariat in einem Mehrfamilienhaus.


Ich komme zu einem großen Platz, dem Platz des Sieges - Ploschtschadch Popedyi. Auf der Siegessäule, möglicherweise vom Ende des Ersten Weltkrieges, oder von einem vorherigen Krieg, der goldene russische Adler, der seine zwei Köpfe nach Osten und Westen reckt.
Gegenüber der Siegessäule das Pskower Kulturzentrum. Ich werfe einige Blicke in das Erdgeschoss des etwas abgenutzten Gebäudes, der Pförtner lässt mich mürrisch gewähren obwohl überall gebaut und umgebaut wird, denn ich habe ihm "Ja Turist is Germanii" gesagt.
Ewig, ruhmreich - das Pskow der Vergangenheit!
Es wurde  der Sage nach von Olga im Jahre 903 gegründet. Sie ist die Witwe eines Kiewer Fürsten, und sie stammt aus der Pskower Gegend, was vielleiht sprudelnde Klarheit bedeutet.

Immer willkommen, neues Pskow!

Auf dem Platz ist auch das Helden- und Gefallenen-Denkmal für die Opfer des Großen Vaterländischen Krieges, wie der 2. Weltkrieg genannnt wird. Das Denkmal ist ganz aus Panzerkanonen zusammengeschweißt. Man sieht auch das Blumengesteck mit dem roten Stern der ruhmreichen Roten Armee und das Kreuz der Orthodoxen Russischen Kirche. Am Nachmittag sehe ich, wie eine Hochzeitsgesellschaft nach der Trauung hier Blumen zum Gedenken an ihre Vorfahren niederlegt. Hinter dem Denkmal die mittelalterliche Stadtmauer. Also ein erinnerungs- und gefühlsreicher Platz.

Die Stadtmauer mit überdachten Schießständen.
Architekturdenkmal. Kulturobjekt von gesamtrussischer Bedeutung. Festungskomplex, der die Umschlossene Stadt umpfängt. Die Wände sind aus dem 16. Jahrhundert. Unterliegt staatlichem Schutz ...
Kleine Geschichte vom Platz des Sieges in Pskow

An dieser Stelle wollte ich die vielen telegram Mitteilungen meiner lieben Mitreisenden auf dem Smartphone lesen und ging dazu in den Schatten einer steinernen Bude, hinter der Rutenbesen zum Verkauf bereit lagen. Ein blonder, blauäugiger junger Russe sprach mich an, aber ich verstand ihn nicht. Um das Gespräch in Gang zu bringen, sagte ich in meinem einfachen Russisch: Dies ist der Platz des Sieges. Ich bin Tourist, aus Deutschland. Er schüttelte mir die Hand. Ich zeigte ihm meine blaue Druschba-Mütze und sagte, wir wären auf Friedens- und Freundschaftsreise. Er hielt inne und überlegte. Dann sagt er auf Deutsch: Wie geht's, Kleine? Ich lachte und er auch, und er nahm mich in den Arm. Ich beschäftigte mich wieder mit meinem Smartphone, da kam er noch mal und sagte auf Russisch: "Hast du mal ein paar Rubel für mich? Ich will etwas zu Trinken kaufen." Ich war auf Bettelei nicht eingerichtet, aber ich zauberte aus meinem Geldtäschchen zwei 10-Rubel-Münzen hervor, ohne ihm die großen Scheine zu zeigen. Ich gabe ihm die Münzen und sagte russisch: Für Sie. Da küsste er mich auf die Wange. Er roch etwa nach Alkohol. Das war gegen 11 Uhr morgens. Dann sah ich mir die Stadtmauer noch von der Innenseite an.

Schießscharte der Stadtmauer von Pskow, von innen.

Selbst im dunkelsten Winkel hinter der Stadtmauer wird von das bisschen Gras gemäht.

Kammern des Kaufmanns Menschikov, Haus von Jakovlev, 17. Jahrhundert, Architkturdenkmal von gesamtrussischer Bedeutung, steht unter staatlichem Schutz.
Als ich gerade die verschiedenen Fenster und Türen dieses ehrwürdigen Hauses bewunderte, hörte ich ein leises Glockengeklingel in der Luft, wie von einer russischen Schlittenfahrt. Ich wechselte die Straßenseite, aber ich konnte die Richtung nicht bestimmen, wo es herkam. Ich fragte verschiedene jüngere Leute, ob sie diesen Swuk, Schall hören, aber sie hörten ihn nicht. Erst als ich eine Frau mittleren Alters fragte, deutete sie mir an, dass ich in die nächste Querstraße rechts einbiegen müsse. Sie war ein wenig abschüssig Richtung Fluss Velikaja. Da sah ich das weißblaue Kirchlein auf der Georgiyevskaya ul., 3А https://goo.gl/maps/Ff4Mtn74oLR2. Es klangen viele Glocken, keine großen, eher kleine. Das ganze war kunstvoll und hatte viel musikalischen Sinn und Witz. Ich machte ein Video und traute mich kaum, mich zu bewegen. Langsam ging ich um die Straßenecke und um die Kirche, an der sie stand. Da erkannte ich eine Person mit langem wehenden Rock oben in dem allein stehenden Glockenturm, die bewegte zart und manchmal derb die Hände und die Beine. Ich weiß nicht, ab es für diese Musik eine festgeschriebene Komposition gab, ich denke, es war eher eine freie Improvisation an diesem sonnigen Mittag mit dem blauen Himmel. Einmal verklang das Glockenspiel fast. Dann begann es kräftig mit zwei dicht nebeneinander liegenden Tönen, einer Sekunde, und es wurde immer schneller und hopste leicht hin und her, und eine Oktave kam hinzu. Rückblickend war es das schönste Erlebnis des Tages. Ich wartete noch eine Weile in der Nähe des Glockenturmes, weil ich neugierig war, ob es ein Mann, oder was ich eher annahm, eine Frau war, und wie dieser Mensch aussieht, der so wundervolle Musik zaubert. Nichts geschah, und ich ging weiter Richtung Fluss die Georgiyevskaya hinunter.

Kirche der Himmelfahrt Mariä (mit Polonischtscha - mit dem Polnischen?)


Tserkov' Klimenta, Papy Rimskogo, byvshego Klimentskogo monastyrya
Церковь Климента, Папы Римского, бывшего Климентского монастыря,
Olginskaya nab., Pskov.




Mittwoch, 26. Juli 2017

Berlin- Riga

Heute sind wir in Riga mit dem Bus angekommen. Das Hotel befindet sich entfernt vom Stadtkern weit im Südosten.

Brücke Dienvidu Tilts über die Düna, Abendblick nach Nordwesten Richtung Zentrum von Riga, Fernsehturm, Hochhäuser, Dom (rechts)
Der Fluss ist sehr breit. Wir aßen Spinat-Kartoffelbrei mit verschiedenen lokalen Soßen, Würsten und Gemüsen im Russischen Hof, in der Nähe des Ufers.

Russischer Hof, Nähe TOSS Hotel, Straße Austuves iela
Schade, dass wir Friedens- und Freundschaftsreisende gerade mal gegen 18 Uhr mit dem Bus hier am ersten Hotelstop angekommen sind und morgen früh schon 9 Uhr weiter Richtung Sant Petersburg starten müssen. All die wunderbaren Gebäude, Plätze, Kirchen, Straßencafés und die Freiheitsstatue bleiben ungesehen, die ich zu Hause auf Google Maps habe erkundet. Moira, eine unserer Mitreisenden war mit der Straßenbahn für zwei Stunden nachts ins Stadtzentrum gefahren und berichtete begeistert von dieser "wunderbaren" Stadt. Eine Gruppe Frauen, die nach dem Weg zum Fluss fragte als sie abends nach neun die benachbarte Fabrik verlies - auf Englisch, Deutsch und Russisch - hat mich leider nicht verstanden. Das Lettisch bleibt mir bei diesem flüchtigen Halt in Riga rätselhaft.

Zuerst sahen wir nur schlecht gepflegt Wohnblöcke, mit herrlicher Sicht von den Balkonen auf den Fluss.



Seit unserer Abfahrt am Morgen in Kaliningrad hatten sich die Gespräche in unserem Bus und die Diskussionen im telegram Kommunikationskanal (bzw. Kanälen) mit den übrigen 300 Mitreisenden unserer Friedens- und Freunschaftsfahrt eher auf die interne Demokratie und deren Probleme konzentriert. Für mich am markantesten war der Übergang vom Kalinigrader Gebiet über die Memel in die Europäische Union, nach Litauen, bei der Stadt Tilsit (Советск Sowjetsk - nach ihr ist der Tilsiter Käse benannt).

Blick aus dem Bus über die Memel. Die Brücke steht voller Busse, die am russischen Grenzübergang zum Kaliningrader Gebiet anstehen. Die Brücke hat ein geschmücktes Portal, von dem rechts nur der Pfeiler zu sehen ist. Wir sind an der Grenze mit Passagierlisten angemeldet und kommen schnell durch.
(Bridge of Queen Louise Мост Королевы Луизы)

Abschied von Kaliningrad. Hier noch ein paar eher künstlerisch wirkende Bilder von der  Kirche und der  Säule auf dem Platz mit Spiegelungen der Busscheiben.






Das WLAN im Hotel Agora haben wir genutzt, um ein Zimmer im Apart Hotel  Severny Veter (Nordwind) vom 29. Juli bis 3. August am Moskauer Prospekt in Sankt Petersburg (Saint Petersburg, Санкт-Петербу́рг) zu buchen.

Es wird uns warm ums Herz, wenn wir an ganz einfache, persönliche Begegnungen mit einfachen Mensch von der Straße in Kaliningrad denken. In dem Café 24 unweit des Agora Hotels am Moskauer Prospekt hatten wir am Vorabend etwas zu essen und Bier gekauft, die wir am kleinen runden weißen Eisentisch in der Ecke des Kiosk verzehrten.


Einer jungen Frau am Nebentischchen kehrte ich den Rücken zu und sie las die verschiedenen Freundschaftsfahrt-Reiserouten hinten auf meinem T-Shirt. Anne lächelte ihr verschmitzt zu und ich drehte mich zu ihr um und reichte ihr zwei unserer russisch-sprachigen Faltblätter. Sie dankte, hob ihren Pappbecher mit Kaffee und sagte "za was" (за вас! - auf euch! - was etwa "Prost" bedeutet). Auch wir hoben unsere Plastikbecher mit Bier und sagten "za nas" (auf uns). Es war alles gesagt.

Bild Rückseite T-Shirt




Samstag, 22. Juli 2017

Morgen Start

zur Friedens- und Freundschaftsfahrt nach Russland. Mit Anne 7:01 ab Dresden-Neustadt mit dem IC.

Rainer Rotfuß stellt Friedensfahrt 2017 vor. http://www.sasek.tv/feeling/friedensfahrt