Sonntag, 13. August 2017

Berlin

13. August 2017

Von Warschau nach Berlin

Als wir uns der polnischen Hauptstadt näherten, nahmen wir Abschied vom blauen Himmel Russlands und Weißrusslands. Deutlicher Wechsel, aber was sind die Gründe? Hier in Westeuropa ist das Licht eher grau. Die Fotos machen es uns bewusst, seit der Abreise von Berlin.




Videos 

Eindrücke von der anderen Routen der Druschba Friedens- und Freundschaftsreise

04.08 - 06.08.2017 eingeSCHENKt.tv Druschba-Freundschaftsfahrt Russland 2017 - Grosny, Tschetschenien https://www.youtube.com/watch?v=E3Srj0fciFI&feature=youtu.be

11.08.17 eingeSCHENKt.tv Druschba-Freundschaftsfahrt Russland 2017 - Grosny, Tschetschenien (04.08 - 06.08.2017): https://www.youtube.com/watch?v=E3Srj0fciFI&feature=youtu.be

und weitere siehe http://eingeschenkt.tv/


Einige Presseberichte über die Reise - die deutschen Medien haben sich trotz unserer Bemühungen weitgehend ausgeschwiegen. Wieso zeigen deutsche Medien so wenig und die deutsche Regierung überhaupt kein Interesse an unseren Aktivitäten. Ist ihnen Diplomatie von unten suspekt oder gar gefährlich? Eigentlich passt doch unsere Fahrt in ein Konzept "Frieden schaffen ohne Waffen". Ist die Weltherrschaft der US-Amerikaner wichtiger als der Weltfrieden?

Deutschsprachige Berichte


08.08.17 https://www.unzensuriert.at/content/0024647-Krim-Internationale-Druschba-Freundschaftsfahrt-erreicht-die-Halbinsel

04.08.17 https://deutsch.rt.com/gesellschaft/55206-rt-leser-teilt-personliche-eindrucke-humanitare-lage-ostukraine/

11.08.17 https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20170811316978522-berlin-moskau-freundschaftsfahrt/

08.08.17 https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20170808316936191-friedensfahrt-berlin-moskau-station-krim/

17.08.17 Main Post http://m.mainpost.de/regional/main-spessart/Freundschaft;art772,9697635

22.08.17 shz https://www.e-pages.dk/schleswigholsteinischelandeszeitung/1563/article/620475/12/4/render/?token=f7e27a0b0367e05841a75a91367a474c

22.08.17 http://www.ksta.de/region/euskirchen-eifel/bad-muenstereifel/friedensfahrt-bad-muenstereifeler-trio-holperte-drei-wochen-lang-bis-nach-moskau-28206830

23.08.17 http://www.toggenburger-zeitung.ch/toggenburg/detail/article/frieden-durch-begegnung-00120816/

24.08.17 Andrej Kulikov Freie Presse Freiberg https://www.freiepresse.de/LOKALES/MITTELSACHSEN/FREIBERG/Russland-Diplomatie-per-Auto-5500-Kilometer-Tour-gestartet-artikel9958947.php

Russischsprachige Berichte


10.08.17 http://www.russkiymir.ru/publications/228677/

07.08.17 https://www.tver.kp.ru/daily/26714.5/3739997/

08.08.17 http://t-i.ru/article/new/10231

07.08.17 https://vistanews.ru/auto/164019

10.08.17 https://www.tverlife.ru/news/uchastniki-avtoprobega-druzhby-berlin-moskva-posetili-tver.html

08.08.17 http://rusvesna.su/news/1502187872

11.08.17 http://www.rabochy-put.ru/news/89080-narodnaya-diplomatiya-na-kolesakh-druzhby.html

11.08.17 https://smolensk-i.ru/society/v-smolenske-startoval-avtomotoprobeg-dorogi-pobedyi-na-sevastopol_205409

04.08.17 http://k1news.ru/news/society/uchastniki-probega-berlin-moskva-v-kostromskoy-oblasti-my-rady-chto-kolesa-u-nas-ne-ovalnye/

04.08.17 https://news-front.info/2017/08/04/uchastniki-avtoprobega-berlin-moskva-ne-soglasny-s-sanktsionnoj-politikoj/

04.08.17 http://nvdaily.ru/info/105097.html


15.08.17 Moskauer Deutsche Zeitung

16.08.17 smolgazeta.ru

Werbung für Reisen von und nach Russland


15.08.17 - mit dem Bus: https://de.sputniknews.com/panorama/20170815317036368-russland-moskau-busstrecke-mosgortrans-deutschland/

28.10.16 - mit der Bahn: https://de.sputniknews.com/panorama/20161028313146378-moskau-berlin-talgo-zug/

05.08.17 Twer - Elena - Interkrug: http://www.rus-in.org/ Facebook: Interkrug Mail: interkrug@gmail.com



Beitrag für die Dresdner Neuesten Nachrichten

von Redakteur Gerrit Menk am 16.08.17

(nach meiner Kenntnis noch nicht erschienen)


Drei Wochen lang auf einer Tour durch Russland und europäische Ex-Sowjetstaaten – der Verein „Druschba“ für deutsch-russische Völkerfreundschaft hat auch in diesem Jahr eine Freundschaftsfahrt mit verschiedenen Routen organisiert. Über 300 Menschen haben daran teilgenommen, darunter die Dresdner Anne und Dr. Friedrich Naehring. Sie wählten die Hauptroute, die sie zu den Metropolen Moskau und St. Petersburg führte, aber auch nach Kaliningrad, Smolensk oder in die weißrussische Hauptstadt Minsk.
Ziel dieser Fahrten ist es, den Frieden und Beziehungen in der Bevölkerung Russlands und Deutschlands zu fördern und zu pflegen. „Wir haben erlebt, dass ein Großteil der Russen möchte, dass ihr Land und Europa näher zusammenrücken und besonders mit Deutschland kooperiert“, schildert Friedrich Naehring seine Erlebnisse. Daher solle abgelehnt werden, dass Russland als Gefahr für Europa inszeniert wird. „Die Russen sind traurig über das Bild, das in Europa und der USA von ihnen vermittelt wird“, ergänzt Anne Naehring. „So etwas nehmen sie sehr persönlich.“ Die Menschen seien äußerst herzlich gewesen und ausdrücklich zu einer Freundschaft mit Deutschland gewillt.
Auf ihrer Reise hat das Ehepaar zahlreiche Menschen getroffen, die sich der Arbeit von „Druschba“ gegenüber sehr interessiert gezeigt haben und deren Botschaftern sympathisch begegnet sind. In St. Petersburg, wo sich die Stadt aufgrund eines Marinetags und einer Parade von Militärschiffen im Ausnahmezustand befand, übergab man einen Brief von Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) an den ansässigen Gouverneur.
Auffällig sei gewesen, wie man in Russland mit dem Thema Krieg und dem Gedenken an die Opfer umgeht. Es gebe viele Kriegsdenkmäler, unter anderem im Alexandergarten am Roten Platz in Moskau, wo die Reisenden einen bewegenden Moment erlebten. „Normalerweise ist dieser Ort sehr frequentiert, aber die Verwaltung hatte den Platz für unsere Gruppe reserviert, damit wir Blumen an einer ewigen Flamme für den Unbekannten Soldaten niederlegen konnten“, berichtet Friedrich Naehring. „Nach einer kurzen Zeit des Schweigens hat einer ein Lied angestimmt und alle Anwesenden haben sich spontan an den Händen gefasst und einen großen Kreis gebildet. Diese spontane Aktion war äußerst beeindruckend.“
Der Sieg gegen Deutschland im Zweiten Weltkrieg und selbst der Napoleon-Feldzug seien historische Fakten, die auch in der Gegenwart wichtig sind. „Der Grund ist, dass die Armee als Garant für die Sicherheit und den Schutz des Volkes gesehen wird.“
Das Ehepaar Naehring ist bestrebt, allen Interessierten die Arbeit von „Druschba“ näherzubringen. Trotz einiger Anstrengungen auf der Reise, legen sie diese jedem ans Herz, der sich für die Völkerverständigung mit Russland engagieren will. „Die positiven Eindrücke, die wir täglich gewinnen konnten, überwiegen deutlich.“

mit Bildern erschienen 22.08.17 http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Im-Zeichen-der-Voelkerfreundschaft-Die-Russen-wollen-mit-Europa-zusammenruecken

Rede auf der Montagsmahnwache für den Frieden

14.08.17
https://www.youtube.com/watch?v=HeT6Ts2Ns5g&feature=youtu.be

Einige politische Berichte aus dieser Zeit

10.08.17 http://www.mmnews.de/index.php/politik/122062-ard-wirft-mehmet-scholl-raus-weil-er-russlandhetze-verweigerte

23.08.17 https://www.ippnw.de/no_cache/presse/artikel/de/neue-bundesregierung-muss-atomwaffen.html#c9912

24.08.17 https://deutsch.rt.com/international/56231-papst-franziskus-schlaegt-21-massnahmen-zur-erleichterung-der-immigration-vor/?utm_source=spotim&utm_medium=spotim_recirculation&spotim_referrer=recirculation&spot_im_comment_id=sp_68A3SUfn_56231_c_oUkpDU

17.08.17 Doris Pumphrey Russophobie USA http://www.mez-berlin.de/publikationen-reader-133/items/der-russophobe-wahnsinn-in-den-usa-wo-ist-der-protest-der-linken-und-progressiven.html



Warschau

12.08.17 Von Minsk über Brest nach Warschau



Wieder ein Übernachtungs-Chaos bei den kleinen Herbergen in der Warschauer Altstadt

Samstag, 12. August 2017

Minsk

11. bis 12. August in Minsk

Die Landschaft ändert sich stark, wenn man von Russland nach Weißrussland kommt.
...

Minsk

Alle meine mitreisenden Freundinnen und Freunde sind begeistert von dieser Stadt. Sie leuchtet und glänzt.
...



Viel Wald bis Bresk

Einreise in die Europäische Union




Freitag, 11. August 2017

Smolensk

10. August 2017 Fahrt von Moskau nach Smolensk durch schöne Landschaft.

In Smolensk Blumenniederlegung an der Ewigen Flamme für gefallene Soldaten, zwei Einwohnerinnen mit Deutschkenntnissen führen uns durch den Stadtkern, Abendessen in der vom Hotel Rossia nächstgelegenen Gaststätte.








Ankunft in Smolensk. Die Teilnehmer der Freundschaftsfahrt aus Deutschland und weiteren 15 Ländern wirken immer wie ausschwärmende Ameisen die aus 2 Bussen und mehreren Kleinbussen und Pkw quellen.


Anne mit der Doppelfahne Weiß-Blau-Rot-Schwarz-Rot-Gold
Am 15.08.17 hinzugefügt: In Russland war es nirgendwo ein Problem, mit dieser Doppelfahne - unangekündigt und unangemeldet - aufzutreten. Das Fahnentuch wurde von einigen Fotografen und Videokameraden gern als Vordergrund für ihre Aufnahmen verwendet.

In Deutschland ist das ganz anders. Gestern Abend ging ich zur Montagsmahnwache auf den Jorge-Gomondai-Platz in Dresden. Ich trug die Doppelfahne zusammengerollt über der Schulter die Böhmische Straße entlang. Da bremste ein Fahrer im schwarzen VW Golf kurz und rief aus dem Fenster: "Warum trägst Du nicht die tschetschenische Fahne von Kadyrow?" Ich zurück: "Weil ich nicht zu denen gehöre." Am Albertplatz ging ich mit zwei Männern über den Fußgänger-Überweg, die sprachen nicht nur deutsch, sondern auch englisch und russisch und stellten sich als Tschetschenen vor. Der eine fragte: "Warum diese beiden Fahnen zusammen?" Ich: "Gestern bin ich von einer Friedens- und Freundschaftreise aus Russland zurückgekehrt. Ich möchte jetzt auf der Friedensmahnwache über die vielen, vielen Begegnungen zwischen russischen und deutschen Menschen berichten." Er: "Aber warum die russische Fahne oben und die deutschen unten?" Der tschetschenische Dauerkonflikt ist also auch hier - das war mir nicht so bewusst.

Auf dem Jorge-Gomondai-Platz ließ ich die Doppelfahne zusammengerollt auf dem Pflaster liegen, weil die Organisatoren der Montagsmahnwache sagten, sie würden überhaupt keine Fahnen zulassen, gleich welcher Art, weil das immer zu Konflikten führe. Die wilden Diskussionen, die Nationalflaggen auslösen, insbesondere die schwarz-rot-goldene, sind wohl in Dresden Dauerthema, aber ich habe das immer als albernes Gezänk abgetan. Ich sollte mich täuschen.

Als ich nach der Mahnwache und der Versammlung der Dresdner DiEM-25-Gruppe gegen 10 mit der zusammengerollten Doppelfahne nach Hause wollte, versperrte mir kurz davor, am Cafe Laika, ein stämmiger junger Mann den Weg und sagte: "Nimm deine Fahne und dreh um. Hier kommst du nicht durch." Die nachfolgende Diskussion kann ich nicht wörtlich wiedergeben, denn sie war lang und wurde von beiden Seiten relativ hitzig geführt. Ich sagte etwa: Hör mal, diese Fahne konnte ich einfach so auf dem Roten Platz in Moskau und an der Kreml-Mauer offen tragen. Ist das in Deutschland nicht möglich, auch wenn wir keinen Roten Platz haben? Er sagte: Ich kenne euch. Ich hab mir das im Internet angesehen. Wieso seid ihr gegen die Nato? Ich sagte: diese beiden Fahnen stehen nicht für Frau Merkel und Herrn Putin, sondern für die Freundschaft zwischen Deutschen und Russen. Die Nato baut überall neue Stützpunkte, und das führt zu weiteren Kriegen. Libyen, Syrien und so. Viele Menschen müssen fliehen. Er sagte so etwas wie 'Ah, du hast was gegen Migranten?' Ich: Du kannst sie von mir aus alle bei dir zuhause aufnehmen. Er sagte so etwas wie 'Deutschland und Deutsche, das gibt es doch nicht' ... 'Ja, eine deutsche Sprache gibt's, aber Deutsche kannst du knicken.' Dann ging die Diskussion noch ein bisschen über Schubkästen im Kopf. Dann: Ihr seid doch Querfront. Ich: Ach ja, das ist auch so ein schönes Schimpfwort, wird oft von Rechten gebraucht, aber auch von Linken. Zum Schluss sagte ich: Lass mich bitte hier durch, sonst hole ich die Polizei. Du drehst jetzt mit deine Fahne um. ... Lass mich jetzt hier durch, ich will nach Hause, ich wohne da. Er: Auch das noch, du wohnst hier! Und er ließ mich endlich durch.

Ich hatte das Gefühl, dass hier ein selbsternannter Scharia-Polizist  in meinem Stadtteil steht, der darauf achtet, dass alle das tun und sagen, was in seinem Kopf als richtig gilt. Er sagte es nicht, aber womöglich wollte er den Alaunplatz vor der Pegida retten, wer weiß. Von drei jungen Männern, die am Cafe-Tisch auf der nächtlichen Straße neben ihm saßen, wurde er sekundiert, indem sie immer lachten, wenn er etwas sagte. Ich war sehr enttäuscht von meinem Stadtteil, dessen Menschen sich immer als sehr weltoffen sehen. Es gilt offensichtlich nicht nur die Devise "Die Neustadt bleibt dreksch", um sich gegen die "Yuppis" und die Gendrifizierung zu stellen. In faschistoider Manier versucht man auch noch mich zu zwingen, das freie Denken aufzugeben.









Dienstag, 8. August 2017

Moskau


06.-10.08.2017 in Moskau

Die liebe, nette und sehr engagierte Elena verabschiedet uns in Tver.

Es gibt sogar einzelne Grafitti in Tver.

Moskau mit nur wenigen Staus erreicht!

Eine Moskauer Skyline und eine der Schnellstraßen durch die Stadt - hier 5 plus 4 Spuren.
 Es ist so sauber in Moskau, das bin ich von Dresden nicht gewöhnt. Auch unser Hotel Bega ist innen blitzblank. Das Restaurantpersonal ist so was von professionell - alle Aufmerksamkeit dem Gast, sofort da, wenn man es braucht, und von vornehmer, zurückhaltender Höflichkeit - das ist weit über russischem Standard. Ich bin überrascht. Hier lebt es sich gut. Nur die 11 Millionen Einwohner und die vielleicht 1 Million Gäste sind mir etwas zu viel. Ich bin jeden Abend erschöpft und bekomme schlechte Laune von dem Menschen-Stress.

Der Abend des 6. August in Moskau

Kuppeln der Christ-Erlöser-Kathedrale. Храм Христа́ Спаси́теля. 
Wikipedia > Christ-Erlöser-Kathedrale (Moskau): "Sie gilt als das zentrale Gotteshaus der Russisch-Orthodoxen Kirche und gehört mit 103 Metern zu den höchsten orthodoxen Sakralbauten weltweit." "Кафедра́льный собо́рный храм Христа́ Спаси́теля в Москве — кафедральный собор Русской православной церкви (улица Волхонка, 15—17). Существующее сооружение, построенное в 1990-х годах, является воссозданием одноимённого храма, созданного в XIX веке."

Touristen an der Christ-Erlöser-Kathedrale

Eine der Haupttüren der Kathedrale.

Die Taufe. Eine der Großplastiken an der Christ-Erlöser-Kathedrale.
Die Türme des Kreml und das grüne Dach des großen Kreml-Palastes, von der Christ-Erlöser-Kathedrale aus gesehen.

Blumegeschmückter Zugang zur Patriarchen-Brücke mit Hunderten von Touristen.
"Die Patriarchen-Brücke (russisch Патриарший мост Patriarschi most) ist eine Fußgängerbrücke in Moskau. Sie führt von der Christ-Erlöser-Kathedrale über die Insel Baltschug zum linken Ufer des Wasserumleitungskanal. Die Brücke wurde vom Architekten Michail Michailowitsch Posochin entworfen, der auch die Christ-Erlöser-Kathedrale gebaut hatte." Deutsche, Englische und Russische Wikipedia.


Der abendliche Kreml und davor die "Große Steinbrücke" Bolshoy Kamennyy most über die Moskwa, von der Patriachen-Brücke aus gesehen.
Wir steigen auf der anderen Seite der Moskwa herunter zu einem Markt unter der Patriarchen-Brücke, die sich weiter bis über den "Wasserumleitungskanal" spannt. Russische Initiativen bieten hier Gebäck, Getränke, Snacks und selbstgefertigte Volkskunst an, und wir haben eine Imbis.

Abendlicher Markt unter der Patriarchen-Brücke, mit Blick auf die Christ-Erlöser-Kathedrale.
Geschäftiges Gewusel.

Abendlicht auf der Patriarchen-Brücke, Touristen.
Wir gehen zurück, zu einem Treffpunkt am Brückenkopf mit der Gruppe der "Hauptroute". Die Gruppe ist sich uneins, ob jemand von unserem Verein Druschba kommt, um für eine Bootsrundreise auf der Moskwa für alle günstige Tickets zu kaufen. Außerdem gibt es Hin und Her, da mehrere konkurrierende Anbieter diese Rundtour anbieten und rufen: Schnell, wir legen gleich ab! Die Selbstorganisation fällt uns doch schwer. Einer sagte: "Entschuldigt bitte, ich habe nicht die Nerven behalten, und konnte mich nicht bremsen, für mich eine Karte zu kaufen."

Andrang beim Einstieg unserer Gruppe ins Boot.


Die Tretjakow-Galerie für Kunst des 20. Jahrhunderts, vom Boot auf der Moskwa fotografiert.

Auf LED-Bildschirmen werden impressionistische und exprssionistische Gemälde wiedergegeben.
 Die Tretjakow-Galerie beherrbergt 140.000 Werken der Malerei, der Graphik und der Bildhauerei in mehren in Moskau verteilten Gebäuden. Das ältere Hauptgebäude der Galerie befindet sich in der Lawruschinski-Gasse im historischen Stadtteil Samoskworetschje, nahe der Metro-Station Tretjakowskaja, und beherrbergt die meisten Kunstwerke, vom 11. bis Anfang des 20. Jahrhundert. Es ist hier nicht abgebildet, wir haben es vom Bus aus kurz gesehen.


Vollmond über der Moskwa.

Der große Kremlpalast vom Boot aus.

Die Kreml-Kirchen hinter der Kreml-Mauer.

Einer der vielen Paläste zu beiden Ufern der Moskwa.

Die Basilius-Kathedrale auf dem roten Platz, vom Boot aus. Links das GUM.
Basilius-Kathedrale, eigentlich: Kathedrale des seligen Basilius (Собор Василия Блаженного), ist der inoffizielle Name der russisch-orthodoxen Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kathedrale am Graben (Собор Покрова Пресвятой Богородицы, что на Рву)


Ein Palast.

Auch Sonntag Nacht wird am Stadion für die Fußballweltmeisterschaft 2018 gebaut.



Am Ende der Bootsfahrt verschwimmt all der gleißende Glanz vor den Augen.

7. August Treffen am Kreml



Weitere Bilder werden folgen, und Geschichten auch. Ich bitte um Geduld, denn bis zum 10. August haben wir noch täglich viel zu erleben und zum Bloggen eigentlich keine Zeit.

Samstag, 5. August 2017

Welikij Nowgorod, Twer

3.8.-4.8.2017 Welikij Nowgorod








4.8.-6.8. Twer

Wir sind an der Wolga angekommen. Vom 4. Stock des Hostels Junost' kann man sie durch die Bäume schimmern sehen.

Brücke (Novovolzhskiy Most) über die Wolga in Twer






Sonntag, 30. Juli 2017

St. Petersburg

Gestern sind wir hier mit Mühe im ApartHotel Severny Veter (Nordwind), Moskovski Prospekt 42/27 angekommen. Unser Zimmer ist top, 60 Rbl. pro Nacht, Nähe Metro Station Technitsheski Institut > Zwei Stationen bis Newski Prospekt also fast im Zentrum.

Gegen Mitternacht haben wir noch Nahrung und Getränke in unserem Gepäck gefunden und brauchten nicht raus in den heftigen Regen ein geöffnetes Restaurant suchen. Nun ist alles gut.

Wechselbad der Gefühle: Das Haus sieht von außen schlimm aus, auch der Hausflur. Der Taxifahrer hat uns im Nachbarhotel abgesetzt, im benachbarten Aufgang in einem Hinterhof, nicht vom Moskovski Prospekt, sondern von einer Nebenstraße zugänglich. Es gab ewige Diskussionen mit der nur russisch sprechenden Frau am Tresen, Telefonate, Vorlegen der Booking.com Buchungsbestätigung. Es stellte sich heraus, beide Hotels haben die gleiche Telefonnummer.

Heute findet das erste Mal eine Flottenparade in der Stadt statt, mit Putin. Alle Brücken werden hochgezogen für die Kriegsschiffe. Außer Metro nur Fußmarsch möglich. Am Nachmittag gehen wir in ein Riesen Open Air Konzert.

Wir fuhren gestern mit unserem Bus von Pskow bis St. Petersburg, mit mehreren Zwischenhalten, von denen ich kurz berichten möchte.

In Gatschina fand in dem dortigen Zarenschloss https://de.wikipedia.org/wiki/Gattschina und gatchinapalace.ru eine große Feier zum 90. Jubiläum der Gründung des Gebietes Leningrad statt, dass es heute noch so gibt. Am Busstop ein Foto mit den Fahnen von Russland und Deutschland, für deren freundschaftliche Verbindung wir hier (und da) werben.

Da steppen die Bären. Vor der Sbearbank Gatchino.

90-Jahr-Feier des Gebietes (Oblast) Leningrad im Dauerregen. Alle Bezirke und großen Firmen stellen aus und bieten an, je in einem Zelt. Viel schöne Folklore. Anne kauft Würstchen, von denen wir noch zu unserem improvisierten Mitternachstmahl zehren.

Auf dem Weg zwischen Pskow und Gatschina/St. Petersburg hatten wir hinter einem Abzweig nach Veliki Novgorod eine Rast von 1,5 Stunden. Faltblätter und anderes Werbematerial musste für die Route nach Südrussland umgeladen werden. (Durch mangelnde Aufmerksamkeit hatten wir danach leider keine Faltblätter mehr.) Es gab dort eine Gaststelle, einen kleinen Verkauf für Lebensmittel und andere lebenswichtige Dinge, eine Tankstelle und ein Naturschutzgebiet mit einer Vielfalt and wunderbar großen Blumen und Gräsern, Insekten, Düften und Schnecken vorm Wald.

Ländliche Verkaufsstelle für häusliche Waren (Domaschnjaja), saure Sahne, Frischkäse, Milch und Butter. Mitreisende nach dem Einkauf. Hier konnte ich mein Handy für russisches Netz aufladen und das erste mal auf dieser Reise in den vorgesehenen Betriebszustand versetzen, dank der Kooperationsbereitschaft der Verkäuferin und einer Übersetzerin aus unseren Reihen.

Russische Dorfgaststätte "Amelia" an der Fernverkehrsstraße

Reklame für Holzhäuser mit ausgeführter Zarge (links). Angepriesen werden Häuser, Bäder, Blockhäuser, Karkassen "auf Bestellung"

Die Flottenparade ist in vollem Gange und uns wird es zwischen den vielen Tausend Menschen relativ eng. Was da auf der Newa wirklich vor sich geht, ist kaum zu erkennen, da die Menschen mindestens in 5er Reihen an allen Kaimauern und, so weit es überhaupt geht, Brückengeländern stehen. Wir haben den Packen Faltblätter verteilt, den wir noch hatten. Wir haben sehr vielen Menschen das Anliegen unserer Friedens- und Freundschaftsreise erläutert. Von einigen wurde das mit sehr viel Skepsis aufgenommen. Als wir aber sagten, dass wir diese Freundschaft ohne Nato wollen, hellten sich die Gesichter auf und es gab sehr viel Zustimmung, Hände-Drücken und Foto machen mit den Farben der deutschen und der russischen Fahne.

Ich sah ein ein Cafe mit Dachterrasse auf der Straßenseite gegenüber dem Newa-Kai. Dorthin gingen wir, etwas heraus aus der Menge. Die Tische auf dem Dach waren alle besetzt, war ja nicht verwunderlich. Man konnte von dort die verschiedenen großen Kriegsschiffe und die hochgezogenen Brücken sehen. Wir wollten auf zwei leeren weißen Korbsesseln direkt an der der Newa zugewandten Seite Platz nehmen, die da ohne Tisch standen. Aber dazu kamen wir nicht so recht bis wir wieder das Lokal verliesen. Wir beide verteilten an den nebenstehenden Tischen einige Faltblätter und erläuterten mit drei Worten unser Anliegen. Von einem Familien-"Oberhaupt" wurde ich zu einem Glas Cognac eingeladen, der in einer geschliffenen Karaffe dort auf dem Tisch stand. Ich sagte Njet, wie ich es von meinem Russischlehrer eingeschärftt bekommen habe. Alkohol njet. (Wer einmal zusagt, kommt nicht wieder los. "Was haben Sie dagegen, auch noch auf die Gesundheit Ihrer Schwiegermutter anzustoßen?") Da reichte er mir eine Plastikschale mit verschiedenen Früchten und sagte: Nehmen Sie. Ich nahm eine Weinbeere. Er sagte: Nehmen Sie, die ganze Schale. Die sind aus dem Azerbaidzhanischen Markt. Ich nahm die Schale und reichte sie auch Anne. Es waren da Aprikosen, wie sie Anne liebt. Anne "unterhielt" sich mit dem anderen Tisch. Dort gab es einen Krug mit Orangensaft und es wurden uns zwei Gläser gereicht. So wanderte ich immer von da nach dort, immer ein paar Worte Russisch hervorbringend und viel Lachen. Mit dem "Oberhaupt" habe ich unzählige Male die Hände gedrückt.

Prost mit Bier und Orangensaft auf die russisch-deutsche Freundschaft. Er war schon einige Male in Deutschland, hat dort Transportbänder für Hafenanlagen eingekauft.
Dann kam die Luftwaffe zum Einsatz, das darf ja bei einer Flottenparade nicht fehlen. Es war so, wie ich es im Fernsehen von einer Luftstreitkräfteparade zum Nationalfeiertag in Paris gesehen habe. Bomber, Raketenträger und Jagdflugzeuge donnerten über unsere Köpfe hinweg, Bilder wie wir sie vielleicht aus der Syrien-Kriegsberichterstattung oder russischen oder alternativen deutschen Medien kennen. Zum Schluss kamen die Düsenjäger, aus deren Triebwerken Rauch in den Farben Weiß-Blau-Rot kamen - wie Paris.

Anne sagte: Wieso begeistern sich diese Leute hier so für das Militär, diese Waffen, die alle ganz schlimme Zerstörungen anrichten. Das bekomme ich mit der Freundschaft hier nicht zusammen. Ich muss hier weg!" Wir verabschiedeten uns kurz und Anne weinte. Ich konnte das alles zusammen in diesem Moment voll verstehen, selbstverständlich auch den Konflikt. Es bewegte mich tief.

Wir haben diese Frage in unseren telegram Kanälen unter unseren Friedensfahrt-Teilnehmern schon vor, aber auch nach der Parade diskutiert. Wer von der Armee der Nazis im Zweiten Weltkrieg so an den Rand der Existenz gedrängt wurde, und in den Arbeitslagern in Deutschland, und miterleben konnte, wie unter Diktator Stalin diese Bedrohung gebrochen wurde durch die Macht der Panzer und die Opfer von Millionen Russen und anderen Völkerschaften, der schätzt diese Armee und die militärische Stärke. Vielen erscheint sie heute als einziger Schutz vor den Bestrebungen der Globalen Dominanz des westlichen "Reiches des Freiheit". Hier, an dieser Konstruktion der Feindschaft und Angst, muss die globale Friedensarbeit ansetzen, meine ich.

Videoschnipsel von der Flottenparade, wie wir sie sahen:
Video an der Dreifaltigkeit https://goo.gl/maps/6DmSHE3D4Vm - Die goldenen Türme im Video sind von der Peter-Pauls-Festungsinsel.
Noch ein Video von dort.

Wir sind hier eine Gruppe von 350 mehr oder weniger aktiven Friedensbotschaftern. Mit unseren 7 Routen verteilen wir uns vor allem über das europäische Russland. Ist hier so etwas wie eine globale Friedensstrategie im Entstehen? In diesen Tagen treffen wir uns hier oder da im Stadtgebiet von St. Petersburg mehr oder weniger zufällig. Es mussten noch einmal 20.000 Faltblätter in russischer Sprache nachgedruckt werden, weil die erste Charge bereits am Anfang unserer Reise verteilt ist. Insgesamt kommt uns unsere basisdemokratische Organisation oft wie das blanke Chaos vor.